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Kap Arkona

Kap Arkona – die nördliche Inselspitze Rügens. Auf der Halbinsel Wittow mit malerischer Steilküste befinden sich gleich mehrere Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten der größten Deutschen Insel. Nicht weniger als zwei Leuchttürme, einen Marine-Peilturm, zwei Militärbunker und die historischen Ausgrabungen der slawischen Jaromarsburg mit Kunststätte der Ureinwohner hat die Nordspitze zu bieten. Zahlreiche Restaurants und Souvenirläden runden das Angebot für einen gelungenen Urlaubstag ab.
Der Kap Arkona ist ein beliebtes Ausflugsziel und begeistert Jung und Alt gleichermaßen. Dazu trägt auch das außerordentliche Klima bei; So verzeichnete der Deutsche Wetterdienst hier schon in so manchem Jahr die längste Sonnenscheindauer von allen betriebenen Wetterstationen.
Außerdem lohnt sich ein Abstecher ins beschauliche Fischerdörfchen Vitt. Ein Spaziergang durch den malerischen Ort lässt sie sofort das charmante Flair verspüren. Heute gibt es nur noch eine Fischersfamilie in Vitt, die fast täglich aufs Wasser hinausfährt und zum Fang in die Tromper Wiek aufbricht. Der urige Hafen bietet eine schöne Sicht auf den Kap Arkona. Hier wird auch der fangfrische Fisch geräuchert und angeboten. Wer die maritime Kulinarik lieber in weniger rustikalem Ambiente genießt, findet in der Dorfmitte ein traditionsreiches Lokal.

Highlights am Kap Arkona

Leuchttürme am Kap Arkona

Gleich zwei Seefeuer gibt es an der Nordspitze Rügens zu bestaunen. Der kleinere der beiden ist der klassizistische Schinkelturm in Backsteinbauweise und quadratischer Grundform. Nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel erbaut und aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts stammend, ist er nach dem Leuchtturm in Travemünde der zweitälteste an der deutschen Ostseeküste. Er wurde 1828 in Betrieb genommen und hat eine Feuerhöhe von 60 Metern. Die Innenräume wurden als Dienst- und Lagerräume genutzt, bis der Turm 1905 außer Betrieb genommen wurde. Heute beherbergen die Innenräume ein Museum mit einer Ausstellung zu Leuchtfeuern und Seenotrettung, sowie eine kleine Außenstelle des Standesamtes für Eheschließungen. Von der Aussichtsplattform eröffnet sich ein schöner Blick über die Halbinsel Wittow, das Flächendenkmal am Kap Arkona und die Weiten der Ostsee.
Die Bekanntheit des Erbauers des Alten Leuchtturms als Leiter der Oberbaudeputation Preußens führte dazu, dass dieser nicht abgerissen wurde, sondern der neue Leuchtturm direkt anbei erbaut wurde. So entstand das einmalige Ensemble aus zwei Leuchtfeuern am Kap Arkona.
Die Erbauung des neuen Leuchtturms geht zurück auf Pläne für eine elektrische Speisung des Leuchtfeuers aus dem Jahr 1894. Als Ersatz für den Alten Leuchtturm wurde dieser im Jahr 1905 in Betrieb genommen. Die Blitze der zwei Spezialglühlampen werden alle 17,1 Sekunden gesendet und sind bis zu 24 Seemeilen weit sichtbar. 

Der Peilturm

Der Peilturm am Kap Arkona diente einst der Reichsmarine als Peilfunkstation, welche die Beobachtung des Funkverkehrs auf der Ostsee ermöglichen sollte. Er befindet sich direkt neben der Jaromarsburg und in Sichtweite der beiden Leuchttürme. Spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die technischen Einrichtungen am Peilturm entfernt und der Turm verkam zur Ruine.
1996 wurde der Turm aufwendig saniert und die Aussichtsplattform in 20 Metern Höhe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Geschützt durch eine gläserne Kuppel, kann diese auch bei schlechten Witterungsverhältnissen begangen werden. Der Blick reicht bei gutem Wetter sogar bis zur dänischen Insel Møn. Die Innenräume des Peilturmes können besichtigt werden. Hier werden unter anderem feines Kunsthandwerk und Alpaka-Textilien angeboten.

Die Bunker

Der kleinere der beiden Bunker wird allgemein als Arkona-Bunker bezeichnet. Er stammt aus Wehrmachtszeiten und wurde noch vom DDR-Regime genutzt. Heute dient er als Dokumentationszentrum für die Historie des Kap Arkona und porträtiert seine Geschichte von der Slawenzeit bis ins Hier und Jetzt.
Der größere Marineführungsbunker stammt aus der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und diente der Volksmarine der Vereinigten Ostseeflotte bis zum Tag der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 als Gefechtsstand. Danach wurde die Anlage stillgelegt und beherbergt heute eine Ausstellung zur damaligen Bunkerausstellung sowie eine Fotoserie über die Volksmarine.

Die Jaromarsburg

Ein weiteres bedeutendes Denkmal auf dem Kap Arkona sind die Ausgrabungen der Überreste der slawischen Jaromarsburg. Sie stammt aus dem 9.-12. Jahrhundert und war eine Kultstätte der Ranen, eines slawischen Stammes. An der äußersten Spitze des Kaps gelegen, war sie von drei Seiten von der Steilküste, sowie von der Landseite durch einen 25 Meter hohen Burgwall geschützt. Im Inneren des Walls war ein Tempel gelegen, welcher der Gottheit Swantewit geweiht war.
Im Zuge der Christianisierung während des 12. Jahrhunderts und der Eroberung der Burganlage durch den dänischen König Waldemar I. wurde die Tempelanlage mutwillig zerstört. Ihre Überreste sind ein bedeutungsvolles Zeugnis slawischer Kulturgeschichte auf Rügen und im gesamten Ostseeraum. Große Teile der Burg sind in den letzten Jahrhunderten ins Meer gestürzt, weshalb fast nur noch der Burgwall sichtbar ist. Aufgrund der Gefahr ist dieser nicht zu betreten!


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